Gasversorgung und Einsparungsmaßnahmen für Bürgerschaft, Wirtschaft und Kommunen
Auch Zossen ist betroffen…
Das der Ukrainekrieg auch für unsere Stadt signifikante Auswirkungen haben wird, ist uns mittlerweile mehr als bewusst. So steigen beispielsweise die Baukosten für bereits geplante Infrastrukturen wie Kitas, Geh- und Radwege und Schulen. Die Strom- und Energiekosten sind nicht nur für die Einwohner aller Kommunen drastisch gestiegen, sondern auch für die Verwaltungen. So müssen wir beispielsweise mindestens 40% zusätzliche Energiekosten in unseren Haushalte einplanen. Das macht in Summe ca. 5,9 Mio. EUR aus. Eine Unterstützung von seitens der Landes- und Bundesregierung ist aktuell nicht erkennbar. Auch die Entlastungspakete sowie die Strom- und Gaspreisbremse helfen der Stadt als Kommune nicht. Wir alle spüren die Gasabhängigkeit von Russland. Inwieweit uns das geplante Flüssiggasterminal dabei entlasten wird, ist noch nicht abzusehen. Wir müssen eher von einem weiteren negativen Effekt ausgehen. Wir sind hier mit innovativen Ideen gefragt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Folgen der Energiemangellage im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger abzufedern. Gleichzeitig steigt die Inflationsrate. Wir brauchen deshalb dringend Maßnahmen, die zur tatsächlichen Entlastung unserer Bürgerinnen und Bürger führen, um so die zu erwartenden Preissteigerungen gegenüber den Endverbrauchern abzufedern und Engpässen entgegenzuwirken. Deshalb muss die Politik bereits jetzt über mögliche Entlastungen gegenüber allen Verbrauchern nachdenken und diese verabschieden. Für kleinere und mittlere Einkommen müssen diese Effekte deutlich spürbar sein. Die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung sind aus meiner Sicht unzureichend, da diese nicht der Inflation entgegenwirken.
Die Stadt Zossen ist in Bezug auf die Energie- und Gasversorgungsengpässe ebenfalls stark betroffen. Wir haben mit unseren städtischen Einrichtungen, beispielsweise den Kitas, Schulen, Bibliotheken, dem Rathaus, und unseren Dorfgemeinschaftshäusern einen vergleichsweisen hohen Energiebedarf. Wir sind daher gefordert, Energiesparkonzepte für unsere Immobilien zu entwickeln. Die nach der ersten Analyse ermittelten Potentiale und die daraus resultierenden Maßnahmen, werden wir gegenüber allen Beteiligten kommunizieren. Die größten Einsparungspotentiale bestehen in der Straßenbeleuchtung. Deshalb rüsten wir noch dieses Jahr etliche Straßenlaternen auf LED um. Weitere Maßnahmen können beispielsweise darin bestehen, dass wir die Sporthallen ein oder zwei Grad weniger beheizen. Möglich wäre, dass wir mit steuerbaren Reglern in unseren städtischen Einrichtungen und im Rathaus arbeiten und dort die Temperatur auf gängige Raumtemperaturen beschränken. Die Umrüstung unserer Fluchtlichtanlagen von Halogen auf LED stellt weitere mögliche Sparmaßnahme dar. Unsere Weihnachtsbeleuchtung wurde dieses Jahr neu angeschafft und besteht ausschließlich aus LED- Elementen. Die ZWG wird ebenfalls ein wichtiger Partner im Rahmen unserer Analyse sein. Gleichzeitig ist es wichtig, dass der Gesetzgeber die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Maßnahmen schafft. Wir werden für uns die entsprechenden Prioritäten erarbeiten. In diesem Zusammenhang erhoffe ich mir auch entsprechende Förderprogramme für die energetische Sanierung unserer Schulen und Kitas.
Der Ausbau der erneuerbaren, alternativen Energien muss aus meiner Sicht ebenfalls fokussiert werden. Hierbei geht es nicht darum, dass Windkraftanlagen beliebig in unseren Wäldern aufgestellt werden, sondern die Prioritäten müssen hierbei für den Individualverbrauch und für geeignete Flächen gesetzt werden. Photovoltaik auf Dächern und der Einsatz von Solarwärmepumpen sind Beispiele, die zum Standard werden müssen. Deshalb reformieren wir beispielsweise die Gestaltungssatzung unserer Innenstadt und arbeiten diese Punkte in die Erhaltungssatzung mit ein. Am 25. August 2022 fand unser „Kommunaler Energiewendedialog für Zossen“, Kulturforum in Dabendorf statt. Die Veranstaltung war für unsere Stadtverordneten gedacht und ist auf Zossen.live in der Mediathek einsehbar.